Trialarbeit in der JugZ

Viele wissen gar nicht, was in ihnen steckt


Jugendliche auf Trial-Motorrädern   Geschickt nimmt Ciacommo den steilen Anstieg, dreht eine enge Kurve und rollt über einen Schlammpfad aus. "Bingo", rufen die 10 anderen Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren.

mehr infos unter: www.trial-erlebnis.de

Seid Herbst 1998 fahren jeden zweiten Monat 10 bis 12 Jugendliche aus zwei Einrichtungen der JugZ auf einen Tagestrial nach Belgien / Bilstein oder nach Dreckenach an die Mosel. Dieses Angebot entstand aus der engen Zusammenarbeit zwischen Axel Zarinebaf aus dem JugZ-Glashütte und Werner Pöppinghege aus dem Jugz-Zollstock. Darüber hinaus wurde dieses Projekt innerhalb der Einrichtungen bekannt gemacht, so daß sich dadurch andere gemeinsame Fahrten entwickelt haben.

Zudem wurden Tagesausflüge mit der Kollegin und Jugendlichen aus der Boltensternstraße, Sommerferienfreizeiten mit den Kollegen aus Gremberg und Weiß, und zum zweiten Mal der Jugendzentrenfahrradtrial in der Einrichtung der KollegInnen in Chorweiler, in Verbindung mit dem Trial-Erlebnis e.V. und der Zweiradgruppe der Jugendwerkstatt Mühlheim, durchgeführt. Vielen Dank nochmals an dieser Stelle für die hervorragend funktionierende "Servicestation" beim Fahrradtrial an das Team um Volker und Henning aus der JW-Mühlheim.

Trialfahren, was ist denn das ???

Zunächst einmal ist Trial (aus dem englischen abgeleitet: try it = versuche es) ein Sport, dem hauptsächlich in der freien Natur nachgegangen wird. Hierzu wird ein spezielles Motorrad benötigt, welches leicht und wendig gebaut und trotzdem kräftig genug ist, um steile Hänge hinauffahren zu können. Zudem unterscheidet sich ein Trialmotorrad von den üblichen Straßen- und Enduromaschinen, da Lampen, Blinker und Instrumente gänzlich fehlen. Ebenso fehlt bei modernen Trialmotorrädern ein "Sitzplatz" im herkömmlichen Sinne, da bei dieser Sportart ausschließlich im Stehen gefahren wird.


Trialfahren ist Geschicklichkeitsfahren mit einem speziellen Motorrad im Gelände, bei dem die Füße nicht auf die Erde gesetzt werden sollten. Dabei kommt es nicht auf Geschwindigkeit, sondern auf die perfekte Beherrschung des Motorrades und des eigenen Körpers an.

Jugendliche haben Fun beim Outdoor-Trial   Es ist auch kein Kampf "Mann gegen Mann" (wie zum Beispiel beim Motocross), sondern der Versuch, schwierige Geländepassagen mit dem Motorrad, fehlerfrei zu bewältigen. Dieser Sport mit seinem geringen Verletzungsrisiko, bildet den Kern der Trialaktionen und bietet den Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse nach Spannung, Risiko, Mut und Angstüberwindung, gefahrlos auszuleben.

Trial ist die ideale Motorsportart, um Kindern und Jugendlichen einen spielerischen und lustvollen Umgang mit dem Kraftfahrzeug zu ermöglichen und gleichzeitig einen verkehrserzieherischen Einfluß auszuüben. Hierbei wird nicht nur das technische Interesse angesprochen, sondern bringt Lernprozesse in Gang, die Einsicht in den umfangreichen Funktionsablauf eines Kraftfahrzeuges gestatten und somit über die spezielle Technik einer Trialmaschine hinausgehen.

Beim Trial geht es also nicht darum möglichst der Schnellste und Wildeste zu sein, sondern um Geschicklichkeit, die bewußte Wahrnehmung und den Einsatz des eigenen Körpers.
Diese Aspekte ermöglichen vor allen Dingen auch Mädchen, den immer noch traditionell männlich besetzten Motorradsport zu erschließen und bildet für "Stadtkinder" eine reizvolle Abwechselung zu bereits bekannten Aktivitäten.
Hierdurch entstehen intensive Erlebnisse, die als positive Erfahrung in Erinnerung bleiben und einen Kontrapunkt zur Alltagswelt der Jugendlichen setzen. Andererseits erleben Jugendliche durch den Rahmen mehrtägiger Freizeiten (Zelten, Selbstversorgung; Wartung und Reparatur der Motorräder, Spiele, etc.) ein hohes Maß an Notwendigkeit zur Solidarität, Kooperation und aktiver Beteiligung.
Gerade erlebnispädagogische Freizeiten sind dazu geeignet, den Jugendlichen die Bedeutung von sozialer Verantwortung klar werden zu lassen. Nur im Zusammenspiel aller Betei-ligten und der Übernahme von allgemeindienlichen Aufgaben kann der Tagesablauf gelingen.

Um Selbstvertrauen und Selbstachtung erlangen zu können, ist es für Jugendliche wichtig, sich immer wieder auszuprobieren, um neue Erfahrungen machen zu können. Von erlebnispädagogischen Freizeiten versprechen wir uns, daß die Jugendlichen Erfahrungen machen können, die ihnen helfen, ihre Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Dazu ist es ebenso wichtig, daß sie ihre körperlichen Grenzen erfahren, gesteckte Ziele erreichen, Ängste überwinden, wie sich zu verschätzen, zu scheitern, ja sogar zu stürzen.

Meistens wird während einer solchen Freizeit aus einem wilden Haufen Jugendlicher Kamikaze-Fahrer schon nach kurzer Zeit eine weitgehend disziplinierte Gruppe junger Menschen, die sehr wohl in der Lage sind, ihre fahrerischen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und ihre Dienste für das "Allgemeinwohl" wahrnehmen.

In unseren Werkstätten

Den zweiten Schwerpunkt unserer pädagogischen Trialarbeit bildet der Werkstattbereich. Durch kontinuierliche Trialfahrten versuchen wir, die Jugendlichen auch an die Werkstatt zu binden. In der Werkstatt können sich vier bis sechs Jugendliche regelmäßig einmal in der Woche treffen. Unter fachlicher Anleitung werden dort die Trialmaschinen mit ihnen gewartet und repariert. Darüber hinaus haben die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre eigenen Mofas, Roller oder Fahrräder zu warten und zu reparieren.

Hierbei wird das technische Interesse der Jugendlichen genauso geweckt, wie die Fähigkeit zur Zusammenarbeit und Ausdauer gefördert, in dem Reparaturen immer von zwei Jugendlichen an einer Maschine ausgeführt werden.
Darüber hinaus soll das Projekt besonders Mädchen ansprechen. Mädchen können in diesem Bereich Hemmungen gegenüber Technik abbauen, sowie Kenntnisse und Fertigkeiten erlernen, die ihr Selbstwertgefühl stärken. Im Mittelpunkt des gesamten pädagogischen Angebotes stehen Mädchen und Jungen mit ihren Stärken, Schwächen und Perspektiven.

Innerhalb der Gruppenarbeit findet, im Vergleich zur offenen Kinder und Jugendarbeit, ein intensiverer Austausch statt, der den MitarbeiterInnen bessere Einsichten in die Lebenswelt und den Problemlagen der Jugendlichen gestattet. Zudem können Erfahrungen und Lernprozesse, die in einer überschaubaren Gruppe gemacht werden, leichter auf andere Situationen und Bereiche übertragen werden (Transfer).

Des weiteren wird die Zweiradwerkstatt als Treffpunkt und Versammlungsort genutzt, an dem man auch mal in Ruhe, Pläne, Vorhaben und Probleme ansprechen kann, ohne, wie im "offenen Bereich" oftmals der Fall, das Gefühl zu haben, einer breiten Zuhörerschaft sein Anliegen kundzutun.
Angebotes stehen Mädchen und Jungen mit ihren Stärken, Schwächen und Perspektiven.

Zwei Jahre JugZ gGmbH, stehen für uns gleichzeitig für eine Intensivierung des Trialbereiches, der in so mancher städtischer Einrichtung eingeschlafen schien.
Auf weitere erfolgreiche Jahre (nicht nur) in diesem Bereich.
Angebotes stehen Mädchen und Jungen mit ihren Stärken, Schwächen und Perspektiven.

Trialarbeit wird in folgenden Einrichtungen geleistet: JugZ Glashütte, JugZ Zollstock, JugZ Weiß, JugZ Gremberg, und bald auch schon im JugZ ???

 

 

 
   
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